Zinnfiguren und Ornamente findet man bereits im Altertum. Dort bis hin zur Mitte des 20. Jhd. waren sie hauptsächlich Spielfiguren für Kinder. Später wurden die Figuren immer realistischer gestaltet und dienten immer weniger zum Spielen als zur Darstellung historischer Ereignisse - anfangs überwiegend militärischer, später immer mehr auch ziviler Natur.
Heute gibt es Zinnfiguren aus allen Bereichen der darstellenden Kunst, von der historischen Figur über Fantasy/Science Fiction bis zum Weihnachtsbaumschmuck. Die historischen Themen reichen von den Dinosauriern über Napoleon bis zur Mondlandung. Zinnfiguren werden immer häufiger von hervorragenden Künstlern entworfen, modelliert/graviert und bemalt, sodass sie einen großen Wert darstellen können.
Zinnfiguren werden in zwei Kategorien eingeteilt:
1) Die traditionellen Flachfiguren, in Schiefer
graviert und aus diesen Formen gegossen. Nach einer Zeichnung bearbeitet
der Graveur mit künstlerischer Hand die Steine, bis nach und
nach die Form für eine Zinnfigur entsteht.
2) Plastische Figuren, die zu erst als Modell entstehen, aus dem man die Gießform herstellt. Nach dem Entwurf wird ein positives Urmodell angefertigt, von dem dann die negative Form abgenommen wird. Das so genannte "Positivverfahren" gestattet die Herstellung immer neuer Formen vom einmal vorhandenen Modell, denn Gießformen werden schnell unscharf und damit unbrauchbar.
Die heiße flüssige Zinnlegierung wird von Hand in die Form gegossen.
Das flüssige Metall kühlt dann ab und erstarrt. Die Form wird wieder geöffnet und eine neue kleine Zinnfigur erblickt das Licht der Welt. Jedes einzelne Stück wird von einem Künstler unter Verwendung von Emailfarben und Pinseln aus Rotmarderhaar handbemalt.
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